
Zwischen Arbeit, Terminen und den ganz normalen Dingen des Lebens fühlt sich Griechenland manchmal ziemlich weit weg an. Bis mich ein bestimmter Duft wieder daran erinnert. Rigani.So nennen wir in Griechenland den Oregano.
Sommerferien im Dorf meiner Eltern
In den Sommerferien waren wir jedes Jahr im Dorf meiner Eltern. Für mich war es völlig normal, dass überall etwas angebaut wurde. Tomaten, Gurken und Zwiebeln im Garten. Feigen am Baum. Weintrauben. Kräuter vor dem Haus. Damals war das einfach Alltag. Als Kind habe ich mir darüber nie Gedanken gemacht. Heute weiß ich, dass vieles davon etwas ganz Besonderes war. Irgendwann im Sommer begann immer die Zeit der Rigani.
Die Frauen, der Kaffee und die Rigani
Am Nachmittag saßen die Frauen aus der Nachbarschaft vor unserem Haus. Meine Tanten, Nachbarinnen, Cousinen und die Freundinnen meiner Mutter.Es wurde geredet, gelacht, Kaffee getrunken und nebenbei Oregano verarbeitet. Die getrockneten Bündel lagen auf dem Tisch. Die Stängel wurden aussortiert. Die Blätter zwischen den Händen gerieben. Immer wieder stieg dieser Duft auf. Damals hat mich das wenig interessiert. Ich wollte lieber mit meinen Cousins unterwegs sein. Heute würde ich wahrscheinlich stundenlang daneben sitzen, zuhören und zuschauen. Denn genau dort entstand die Rigani, die später mit uns nach Deutschland reiste. Genau so kenne ich Rigani. Fein – Duftend – Intensiv.
Als die Rigani nach Deutschland reiste

Und dann kam jedes Jahr der Moment, an den ich mich bis heute erinnere. Die Sommerferien waren vorbei und wir fuhren zurück nach Deutschland. Meine Mutter öffnete die Taschen. Irgendwo dazwischen lagen die Bündel Rigani. Zuerst in einer Tüte verpackt. Dann noch einmal in griechische Zeitung eingewickelt. Und trotzdem roch plötzlich die ganze Küche danach. Nicht nur ein bisschen. Die ganze Küche. Und mit diesem Duft waren plötzlich auch die Erinnerungen wieder da. Das Dorf. Die Berge. Die heißen Nachmittage. Die Frauen vor den Häusern. Der griechische Kaffee. Die Gespräche. Komisch eigentlich, was ein Duft mit einem machen kann. Für mich ist Rigani deshalb bis heute viel mehr als nur ein Gewürz. Es ist ein kleines Stück Kindheit.
Warum griechischer Oregano so besonders ist
Und gleichzeitig ist Rigani etwas, das in Griechenland seit Generationen geschätzt wird. Was viele nämlich gar nicht wissen: Oregano ist nicht nur aromatisch, sondern gilt als eines der wertvollsten Kräuter der mediterranen Küche.Er enthält ätherische Öle wie Carvacrol und Thymol und wird seit Jahrhunderten verwendet. In Griechenland gehört griechischer Oregano deshalb nicht nur auf den Bauernsalat oder über Feta. Viele trinken ihn sogar als Tee. Manchmal frage ich mich, ob wir alle viel mehr Oregano verwenden würden, wenn wir wüssten, was in diesen kleinen Blättern eigentlich steckt.Vielleicht ist es also kein Zufall, dass die mediterrane Küche nicht nur so gut schmeckt, sondern seit Jahrzehnten als eine der gesündesten Ernährungsformen der Welt gilt.
Mein einfachstes Rezept

Bis heute esse ich am liebsten ganz einfach. Nicht aufwendig. Nicht kompliziert. Sondern genauso, wie ich es aus Griechenland kenne.
Ein paar weich gekochte Eier. Reife Tomaten. Gutes Olivenöl. Eine großzügige Prise Rigani. Mehr braucht es eigentlich nicht. Vielleicht ist genau das das Geheimnis vieler griechischer Gerichte, Wenige Zutaten. Aber gute Zutaten.
Welcher Duft bringt euch sofort zurück nach Griechenland?
Für mich ist es Rigani. Mich würde heute interessieren: Welcher Duft bringt euch sofort zurück nach Griechenland? Schreibt es gerne in die Kommentare.