Spätsommer in Griechenland: Warum jetzt die schönste Reisezeit beginnt

Wenn mich jemand fragt, wann Griechenland am schönsten ist, denke ich nicht nur an Juli und August. Ganz im Gegenteil: Der Spätsommer in Griechenland hat seinen eigenen Zauber. Die große Hitze lässt langsam nach, das Meer ist noch warm und an vielen Orten wird es spürbar ruhiger. Jetzt beginnt eine Reisezeit für Menschen, die Griechenland nicht nur sehen, sondern wirklich erleben möchten. Für lange Abende in einer kleinen Taverne, spontane Gespräche, regionale Spezialitäten und Inseln, die wieder zu ihrem eigenen Rhythmus zurückfinden.

Wann beginnt der Spätsommer in Griechenland?

Der griechische Spätsommer beginnt ungefähr Ende August und reicht je nach Region bis weit in den Oktober hinein. Während im Norden und in den Bergregionen die Abende bereits kühler werden, bleibt es auf vielen Inseln und im Süden des Landes noch lange angenehm warm. Natürlich gibt es keine Wettergarantie. Doch häufig sind der September und die ersten Oktoberwochen ideal für alle, die Sonne und Meer genießen möchten, ohne ständig unter der größten Sommerhitze zu leiden.

Die Inseln werden wieder ruhiger

Im Juli und August ist Griechenland voller Leben. Die Strände sind gut besucht, die Tavernen voll und auf bekannten Inseln herrscht Hochbetrieb.Im September verändert sich die Atmosphäre. Viele Familien sind wieder abgereist, in den Gassen wird es ruhiger und am Strand findet man leichter einen schönen Platz. Die Hotels, Restaurants und Geschäfte sind vielerorts weiterhin geöffnet, doch der große Trubel lässt nach. Gerade dann entsteht wieder dieses besondere Gefühl, das viele an Griechenland lieben: morgens in Ruhe einen Kaffee trinken, durch kleine Orte schlendern und am Abend ohne lange Suche einen Tisch in der Taverne finden.

Das Meer ist noch wunderbar warm

Einer der größten Vorteile einer Reise im Spätsommer ist das aufgeheizte Meer. Nach den heißen Sommermonaten ist das Wasser häufig noch sehr angenehm.

Gleichzeitig werden die Tage etwas milder. Ausflüge, Wanderungen und Besuche von Dörfern oder archäologischen Stätten sind nun deutlich entspannter als während der großen Mittagshitze im Hochsommer.

Wer nicht ausschließlich am Strand liegen möchte, sondern auch etwas vom Land sehen will, findet jetzt besonders gute Bedingungen.

Jetzt schmeckt Griechenland besonders intensiv

Der Spätsommer ist in Griechenland auch eine Zeit der Ernte. Auf den Märkten liegen reife Feigen, Weintrauben, Tomaten, Auberginen und Paprika. Viele Gerichte, die wir mit dem griechischen Sommer verbinden, werden jetzt mit Zutaten zubereitet, die besonders aromatisch sind.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Gemista – gefüllte Tomaten und Paprika
  • Briam – griechisches Ofengemüse
  • Fassolakia – grüne Bohnen in Tomatensauce
  • Melitzanosalata – Auberginencreme
  • Dakos mit Tomaten und Käse
  • frische Feigen mit Joghurt oder Honig
  • regionale Käsesorten, Oliven und gutes Brot
**Alt-Text:**

Gemista mit gefüllter Tomate und Paprika, mit Fetakäse und  Brot in einer griechischen Taverne

Gerade in kleinen Tavernen lohnt es sich, nach den Tagesgerichten zu fragen. Dort steht nicht immer alles auf der Speisekarte. Häufig sind es genau diese einfachen, frisch gekochten Gerichte, die später in Erinnerung bleiben.

September ist die Zeit der Weinlese

Im September beginnt in vielen Regionen Griechenlands die Weinlese – der traditionelle Trygos.

Der September ist traditionell einer der wichtigsten Monate für die griechische Weinlese. In vielen Weinregionen beginnt der Trygos, die Ernte der reifen Trauben.

Für Reisende ist das eine wunderbare Gelegenheit, Griechenland von einer anderen Seite kennenzulernen. Immer mehr Weingüter bieten Führungen, Verkostungen und Begegnungen mit den Winzern an.

Besonders spannend sind Regionen wie Nemea auf dem Peloponnes, Santorini, Kreta, Kefalonia, Naoussa oder Drama. Doch auch auf kleineren Inseln und rund um Athen gibt es Weingüter, die einen Besuch wert sind.

Ein Glas Wein schmeckt schließlich noch einmal anders, wenn man weiß, wo die Trauben wachsen und welche Menschen hinter dem Produkt stehen.

Aegina: Pistazien, Genuss und echtes Inselleben

Aegina ist für mich eines der schönsten Beispiele für den griechischen Spätsommer. Die Insel liegt nur eine vergleichsweise kurze Fährfahrt von Piräus entfernt und ist dennoch für viele deutsche Urlauber noch keine selbstverständliche Wahl.

Im September dreht sich auf Aegina vieles um die berühmte Pistazie. Die Pistazien der Insel tragen eine geschützte Ursprungsbezeichnung und werden für süße und herzhafte Spezialitäten verwendet.

Ein besonderer Höhepunkt ist das jährlich stattfindende Fistiki Fest. Rund um den Hafen präsentieren Produzenten ihre Pistazien, Honig und weitere regionale Produkte. Dazu kommen Musik, Kunst, Veranstaltungen und viel griechisches Lebensgefühl.

Aegina verbindet genau das, wofür der Spätsommer steht: kurze Wege, schöne Buchten, gutes Essen, besondere Produkte und eine entspannte Atmosphäre.

Weitere Reiseziele für den griechischen Spätsommer

Nicht jede Insel und jede Region fühlt sich im Spätsommer gleich an. Einige Reiseziele eignen sich jedoch besonders gut für einen Aufenthalt im September oder Anfang Oktober.

Naxos

Naxos verbindet lange Strände mit Bergdörfern, regionaler Küche und eigenen Produkten. Kartoffeln, Käse, Zitruslikör und Wein gehören fest zur kulinarischen Identität der Insel.

Kreta

Durch seine Größe bietet Kreta auch im Spätsommer viele Möglichkeiten. Neben den Stränden lohnen sich die Dörfer, Olivenhaine, Weingüter und die hervorragende regionale Küche.

Kefalonia

Die grüne Ionische Insel bietet eindrucksvolle Buchten, kleine Orte und den bekannten Robola-Wein. Wer Natur, Meer und Wein miteinander verbinden möchte, findet hier ein interessantes Reiseziel.

Peloponnes

Der Peloponnes eignet sich hervorragend für eine Rundreise. Küstenorte, historische Stätten, Olivenhaine und die Weinregion Nemea machen die Halbinsel zu einem vielseitigen Spätsommerziel.

Kleine Hotels passen besonders gut zu dieser Reisezeit

Im Spätsommer muss es nicht das große Ferienresort sein. Gerade kleinere Boutiquehotels, historische Häuser und familiengeführte Unterkünfte passen zu der ruhigeren Atmosphäre. Ein gutes Hotel ist dabei mehr als nur ein Schlafplatz. Es kann der Ausgangspunkt für eine ganze Reisegeschichte sein: mit regionalem Frühstück, Empfehlungen für Tavernen, Kontakten zu Produzenten oder einem besonderen Blick auf das Meer. Deshalb werden wir im Greek Cuisine Magazine künftig gezielt Hotels vorstellen, die nicht nur schöne Zimmer bieten, sondern ihren Gästen auch etwas von der jeweiligen Region vermitteln.

Auch der Preis kann interessanter werden

Nach der Hauptreisezeit sinken bei Flügen und Unterkünften häufig die Preise. Das gilt allerdings nicht überall und nicht zu jedem Termin. Veranstaltungen, Wochenenden oder eine hohe kurzfristige Nachfrage können auch im September für höhere Preise sorgen.Wer flexibel reisen kann, sollte verschiedene Anreisetage vergleichen und direkt beim Hotel nach besonderen Angeboten fragen. Oft lohnt es sich außerdem, nicht nur die bekanntesten Inseln in Betracht zu ziehen.

Der Spätsommer zeigt ein anderes Griechenland

Der griechische Spätsommer ist keine schwächere Fortsetzung des Sommers. Er ist eine eigene Reisezeit.Die Sonne steht tiefer, das Licht wird weicher und in den Tavernen kehrt langsam mehr Ruhe ein. Gleichzeitig beginnt die Zeit der Trauben, Feigen, Pistazien und regionalen Feste. Wer Griechenland jetzt besucht, erlebt nicht weniger, sondern häufig mehr: mehr Gespräche, mehr Genuss und mehr von dem Alltag, der hinter den bekannten Urlaubsbildern liegt.

Vielleicht ist genau das die schönste Art, Griechenland kennenzulernen. Welche Insel oder Region würdet ihr gerne einmal im Spätsommer besuchen? Schreibt uns – wir stellen in den kommenden Wochen besondere Reiseziele, Hotels, Weingüter und Produzenten vor.

Schreibe einen Kommentar