
Ein Tag, der in Griechenland anders ist
Am 25. März verändert sich die Stimmung in Griechenland. Die Menschen feiern die Unabhängigkeit, aber sie tun mehr als das: Sie gehen raus, schauen sich die Paraden an und treffen sich anschließend mit Familie und Freunden.
Die Straßen sind voll. Die Cafés ebenso. Und spätestens am Nachmittag zieht es alle an einen Ort: an den Tisch.
Dort passiert das, was diesen Tag wirklich ausmacht.
Ein Gericht, das jeder kennt
In ganz Griechenland taucht an diesem Tag immer wieder dasselbe Gericht auf:
Bakaliaros mit Skordalia.
Du findest es in Tavernen, in kleinen Küchen, bei Familien zu Hause. Es gehört einfach dazu.
Auf den ersten Blick wirkt es simpel: frittierter Kabeljau, dazu eine kräftige Knoblauchcreme. Doch genau hier liegt der Unterschied.
Dieses Gericht funktioniert nur, wenn man es richtig macht.
Der Fisch entscheidet alles
Beim Bakaliaros gibt es keinen Spielraum. Der gesalzene Kabeljau braucht Zeit – und zwar viel Zeit.
Du musst ihn 48 bis 55 Stunden wässern.
Und nicht halbherzig:
👉 Alle 3 Stunden frisches Wasser
👉 Konsequent, ohne Ausnahmen
So verliert der Fisch das Salz, bleibt aber aromatisch.
In Griechenland verlässt sich niemand auf Gefühl allein. Man testet.
Du schneidest ein kleines Stück vom Filet ab, brätst es kurz an – oft sogar im Teig mit etwas Bier – und probierst.
Ist er noch zu salzig?
Dann kommt er wieder zurück ins Wasser. Ganz einfach.
Erst dann beginnt die eigentliche Zubereitung
Sobald der Fisch passt, geht es weiter.
Du ziehst ihn durch den Teig und backst ihn aus, bis er goldbraun ist. Außen knusprig, innen saftig – genau so muss Bakaliaros sein.
Dazu kommt die Skordalia.
Kräftig, intensiv, mit Knoblauch, Olivenöl und einem Hauch Essig.
Sie ergänzt den Fisch nicht nur – sie fordert ihn heraus.
Mehr als nur ein Gericht
Nach den Paraden sind die Tavernen voll. Teller werden bestellt, geteilt, nachgelegt. Menschen sitzen zusammen, reden, lachen, bleiben länger als geplant.
Bakaliaros & Skordalia gehört genau in diesen Moment.
Es ist kein Trendgericht.
Es ist ein Teil dieses Tages.
Und genau deshalb hat es bis heute seinen festen Platz behalten.

Zutaten
Method
1. Der wichtigste Schritt: Fisch entsalzen
Der gesalzene Kabeljau entscheidet über alles.Wenn du hier schlampig arbeitest, kannst du dir den Rest sparen.Lege den Fisch für 48–55 Stunden in kaltes Wasser Alle 3 Stunden Wasser wechseln – ja, wirklich konsequentDas Ziel ist klar:Der Fisch soll seinen Salzgehalt verlieren, aber trotzdem Geschmack behalten.Wichtig:Vor der Zubereitung unbedingt testen.Schneide ein kleines Stück (ca. 3 cm) ab Kurz anbraten (klassisch auch im Teig mit etwas Bier)👉 ProbierenIst er noch salzig: zurück ins Wasser für weitere 2–3 StundenErst wenn das passt, geht es weiter.2. Skordalia – kräftig, nicht halbherzig
Die Skordalia ist kein Beilagen-Dip.Sie ist ein Gegenpart zum Fisch – intensiv, ehrlich, dominant. Gekochte Kartoffeln fein zerdrücken oder durchpressen Knoblauch mit etwas Salz zu einer Paste verarbeitenDann zusammenführen:Das Ganze muss eine cremige, aber dichte Konsistenz bekommen.Zum Schluss:Wichtig: Nicht zu fein pürieren → sonst wird es klebrig. Lieber rustikal lassen.Der Teig für den Fisch
Hier entscheidet sich die Textur.Mehl, Wasser und etwas Bier zu einem glatten Teig verrühren Konsistenz: dickflüssig, aber nicht schwerDer Teig soll den Fisch umhüllen – nicht erschlagen.4. Frittieren – jetzt wird’s ernst
Öl in einer tiefen Pfanne stark erhitzenWährenddessen:Direkt ins heiße Öl gebenDer Fisch muss:✔ außen goldbraun und knusprig sein✔ innen saftig bleiben✔ Nach dem Frittieren auf Küchenpapier abtropfen lassen5. Servieren – genau so gehört es
Bakaliaros frisch und heißSkordalia großzügig dazuoptional: Rote BeteZitronenspaltenKein Schnickschnack.
Notizen
Am 25. März geht es nicht nur ums Essen. Nach den Paraden sitzen die Menschen zusammen, bestellen genau dieses Gericht, teilen es, sprechen, lachen. Bakaliaros & Skordalia ist kein Trend.
Es ist ein fester Bestandteil dieses Tages. Und genau so sollte es auch zubereitet werden:
ohne Abkürzungen.
Toller Teig, die Abmessungen kommen genau hin und knusprig ist er. Da der Kabeljau nicht so stark nach Fisch riecht und das Öl den Fischgeruch nicht annimmt,habe ich von dem Rest des Teiges Apfelscheiben frittiert. Mit Zimt und Puderzucker bestreut. Lecker!!!
Vielen Dank für deinen tollen Kommentar! Liebe Grüße Maria